Zu den Annehmlichkeiten im Leben eines Freischaffenden zählt das Home-Office: Man sitz den lieben langen Tag in den eigenen vier Wänden, sinniert über das Leben und andere Dinge, schreibt hin und wieder eine E-Mail und kann ganz nebenbei auch noch den Nachwuchs beaufsichtigen  – notfalls sogar im Pyjama. Es kümmert schlicht und einfach niemanden. Wunderbar.

Nur zu dumm, dass es eine Welt da draußen gibt – und die klopft hin und wieder telefonisch an. Der Reigen reicht von Handwerkern bis zu den Großeltern. So unterschiedlich ihre Beweggründe sein mögen, eines haben sie allesamt gemein: Ein jeder ruft „auf Festnetz“ an.

Warum das so ist? Ich weiß es nicht genau. Vielleicht spielen Kostenaspekte oder die Sprachqualität eine Rolle. Wahrscheinlicher erscheint, dass der Griff zum Festnetzgerät einfach ein gelerntes Prozedere ist.

Anyway. Es gibt Menschen, die rufen über Festnetz an, und eigentlich könnte man damit auch problemlos leben. Es sei denn – und nun schließt sich der Kreis – man ist ein freischaffender Künstler und muss parallel zum Home-Office-Betrieb auch den Nachwuchs bespaßen. Und der hat jüngst das faszinationsfreie Festnetzgerät zum neuen Lieblingsspielzeug deklariert und schleppt es nun rund um die Uhr durch die Gegend.

Das Problem: Leo Löwe schleppt die drahtlosen Dinger nicht nur durch die Gegend, sondern verschleppt sie noch viel lieber. Und die Akkus dieser Schlappschwänze sind  – mit Verlaub – ein Fall für die Tonne.

So kommt es also, dass die Basisstation klingelt, das Handgeräte allerdings trotz hektischer Suche nicht zu finden ist. Nicht in der Spielkiste, nicht unter dem Esstisch, und auch nicht im Kinderbett. Und so kriecht BestPapi schließlich auf allen Vieren durch den Kleiderschrank, um nebenbei zu hören, wie der integrierte Anrufbeantworter anspringt…

Fünfmal ist es in den vergangenen drei Tagen so geschehen. Das Gute an der Sache: Ab einem gewissen Punkt reagiert man einfach nicht mehr. Lass es doch klingeln. Ist egal. Wenn es wichtig ist, wird sicherlich das Handy brummen. Und ansonsten gibt’s da ja noch den Anrufbeantworter, der stoisch die Abwesenheit vermeldet. Ein wunderbarer Filter, der nicht nur Werbeanrufe vorzüglich abwimmelt.

Daher das Fazit: Der Festznetzanschluss hat eine Zukunft. Er bleibt – auch ohne Telefon.

UPDATE (Mittwoch 14.5.2014, 11.15 Uhr): Das Endgerät hat sich inzwischen wiedergefunden. BestMami hat es – neben anderem – unter dem Sofa entdeckt (siehe Foto) – die Bergungsaktion läuft. BestPapi schwört, dass der Hörer in den vergangenen 48 Stunden dort nicht gelegen hat. Leo Löwe lacht.

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