Nur noch wenige Tage bis zum Start der WM – doch eine allerorts überbordende Stimmung hat sich irgendwie noch nicht eingestellt. Nur die Nachbarskinder sind bereits Feuer und Flamme. In ihren Trikots sitzen sie täglich im Hof und tauschen die WM-Bildchen von Panini. Sammelfiber pur – das sich nun auch auf unseren Nachwuchs überträgt. Was tun?

Ginge es allein nach BestPapi, hätten wir uns schon längst ein solches Album zugelegt – denn natürlich werden da Kindheitserinnerungen wach. WM 1978 in Argentinien – das erste Weltcup-Turnier, das ich bewusst wahrgenommen habe. An den Ergebnissen unserer Mannschaften lag das sicherlich nicht. Deutschland reiste zwar als Weltmeister an, doch es folgte die „Schmach von Córdoba“ und als Gruppendritter flogen Vogts, Dietz, Hölzenbein und Abramczik bereits nach der Zwischenrunde nach der Vorrunde (korrigiert dank Gast-Hinweis) raus.

Trotz des schlechten Abschneidens blieben mir diese Namen in Erinnerung – was ein großer Verdienst des Panini-Sammelallbums ist, für das ich damals etliche Tütchen mit Sammelbildern kaufte und einen Großteil meines Taschengeldes opferte. Noch immer habe ich das Bild meiner Eltern vor Augen, wie sie kommentarlos, aber mit hochgezogenen Augenbrauen meine kindliche Leidenschaft verfolgten.

36 Jahre später stehe ich nun selbst am Rand des Sandkastens, sehe die Nachbarskinder mit ihren Bildern und höre die Bittgesuche meiner Tochter, die nun ebenfalls ins Kartengeschäft von Panini einsteigen will. Und eigentlich würde ich das Ansinnen sofort unterstützen wollen.

Allerdings ist da noch BestMami. Meine Frau – Fußballexpertin mit Trikot, aber ansonsten eher leidenschaftslos – hält es für ausgewachsenen Blödsinn, mehrere hundert Euro für die Knibbelbilder auszugeben. Was ja tatsächlich nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Schnell addieren sich noch die Kosten für neue Trikots samt Beflockung hinzu, so dass sich die WM in kürzester Zeit zu einem teuren Spaß entwickelt (vom Gerstensaft beim Public Viewing wollen wir an dieser Stelle erst gar nicht sprechen).

Als wohlerzogener Ehemann habe ich mich den Bedenken meiner Finanzchefin bis dato ergeben. Sie hat ja nicht ganz unrecht. Andererseits sehe ich die leuchtenden Augen meiner Tochter, wenn sie die anderen Kinder mit ihren Kärtchen sieht.

Zum Glück ist sie noch klein und die Leidenschaft noch nicht sonderlich ausgeprägt. Was gestern noch Micky Maus und Donald waren, sind heute Kicker und morgen Lillifee und ihre Freunde. Wir haben daher einen Kompromiss gefunden – und sammeln nun die WM-Bildchen, die der Schlickerkonzern Ferrero auch in diesem Jahr seinen Duplos und Hanutas beilegt. Gewiss: Das in Zusammenarbeit mit dem „Kicker“ entwickelte Album ist nicht so kultig wie das Heft von Panini und zudem beschränkt sich die Auswahl allein auf deutsche Spieler. Will man allerdings einer Dreijährigen den Reiz des Spiels und des Turniers vermitteln, ist diese Variante auf jeden Fall einfacher – und unterm Strich auch günstiger. Obendrein ist das Heft bei näherer Betrachtung viel informativer, als man denkt.

Umso mehr verspreche ich allerdings an dieser Stelle: Sofern das Fußballfieber in den nächsten Tagen nicht doch noch völlig unerwartet zuschlagen sollte, wird’s spätestens in vier Jahren beim nächsten Worldcup ein Panini-Album geben. Versprochen.

P.S.: Das eingesparte Geld kann man guten Gewissens in ein Trikot investieren – und das erhält man seit heute im Online-Shop des Herstellers Adidas ohne Zusatzkosten für die individuelle Beflockung.

Frage: Wie haltet Ihr es mit der Sammelleidenschaft des Nachwuchses? Sagt uns Eure Meinung – hier unten im Kommentarbereich oder auch bei Facebook.

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